Arbeitgeber lehnen Gewährung der Tariferhöhung für einige Atos-Gesellschaften ab

Mit den Protesten im Sommer haben wir solidarisch eine Spaltung des Konzerns verhindert. Das ist gut, denn Rosinenpickerei ist nicht solidarisch und wer heute noch „gut“ da steht, kann morgen ebenfalls wieder im Feuer stehen. Ihr kennt Atos und die Vorgängerin gut genug.

Deswegen ist es gut, dass wir gemeinsam die Kohlen aus dem Feuer geholt haben.

Aus den Verhandlungen heraus haben sich trotzdem Differenzierungen ergeben, die wir für eine weitere Tarifrunde nutzen können. Das ist Gegenstand des angehängten Flyers (Mitgliederbriefs) primär für die Kollegen und Kolleginnen der Atos-Gesellschaften AIG, Bull, s+c, Unify und WNI.

Im Wesentlichen geht es dieses Jahr um die Weigerung unseres Arbeitgebers, die Corona-Beihilfe von 500,– € zu zahlen, und darum, ob wir als IGM-Mitglieder uns das gefallen lassen wollen. Sprich, ob wir in einen Tarifkonflikt gehen werden. Das hängt davon ab, wie wir uns als IG Metall-Mitglieder der Sache stellen wollen.

Kraftvolle Demo gegen Atos Spaltung

Heute um 10:00 Uhr ist die Verhandlungsdelegation  zum geplanten „Carve OUT“  zur entscheiden Runde in Mch-P zusammen gekommen.

Ca. 75 Kolleg*innen vom Standort haben die IGM/GBR Verhandlungsdelegation begrüßt und der Arbeitgeber Delegation lautstark mitgeteilt was sie von den geplanten Umstrukturierungen und Abbauplänen hält:

„ZUKUNFT statt SPALTEN“  wurde skandiert und mit Rasseln wurden die Forderungen hörbar untermauert!

Mit den Gesichtsmasken machten alle deutlich, dass es um Menschen geht und Kolleg*innen nicht anonymes Abbaupotential sind!

Der IG Metall Unternehmensbetreuer für Atos, Marco Schmid, hielt eine leidenschaftlichen kurze Rede und machte deutlich das die IG Metall „kampfbereit“ ist und sich nicht über den Tisch ziehen lassen wird.

Juan Carlos Rio Antas, der Verhandlungsführer der gemeinsamen IG Metall /GBR Delegation,  bestätigte, dass die Zielsetzung den Carve out und betriebsbedingte Kündigungen  zu vermeiden nur mit kampfbereiten Mitarbeitern am Verhandlungstisch durchzusetzen ist.

Er bedankte sich ausdrücklich bei den Mitarbeitern für ihr großartiges Engagement.

„Wir KOMMEN WIEDER“, wenn ihr die Pläne nicht zurückzieht, war der lautstarke Abschiedsgruß an die Arbeitgeber Delegation!

s+c München zeigt Gesicht: Zukunft statt Spaltung

Mit einer kleiner Fotoaktion bei s+c München haben die dortigen KollgInnen Gesicht gezeigt, GEGEN eine Zerschlagung des Konzerns und FÜR eine Zukunft MIT den Beschäftigten.

Der Konzern soll in zwei Bereiche zerschlagen werden. Auch die vermeintlich zukunftsgerichteten Bereiche, zu denen auch die s+c gehören soll, hat keine positive Zukunft vor sich. Denn ein geplanter Carve-Out wirft mehr Fragen auf, als dass er Probleme löst, wie zB:

  • unklarer unternehmensbezogener Start (Kaufpreis fürs Rauslösen)
  • unklare Steuerung aus Paris (wenn die anderen ‚agil‘ agieren dürfen, was bleibt bei uns?)
  • starker Vertrauensverlust (Transformationstarifverträge abschließen, sie aber nicht einhalten – was bedeutet das für unsere Tarifbindung „übermorgen“?)
  • unklare Struktur der künftigen Verträge mit Kundschaft  und vielem mehr.